WAS IST EIGENTLICH HORSEMANSHIP?

Horsemanship, aus dem Englischen (von Horseman, engl.: Pferdemensch), war ursprünglich in der Übersetzung eine Sammelbezeichnung für die Reitkunst im Allgemeinen.

Heutzutage versteht man unter Horsemanship, die Kunst mit Pferden pferdegerecht und pferdeverständlich umzugehen. Der Umgang soll vor allem für das Pferd Sinn haben.

Das wichtigste Merkmal für gutes Horsemanship ist, dass die Trainingsmethode oder der Trainer Kommunikation nicht als Einbahnstrasse begreift, sondern auch den Pferden zugehört wird.

EIN INTERVIEW MIT ANDREA ESCHBACH

Auszug aus dem Interview mit pferdeflüsterei.de vom 17. Dezember 2016

Andrea und Markus Eschbach haben auch eine Form des Horsemanship entwickelt, die auf Vertrauen statt auf Dominanz setzt. Sie haben all ihr Wissen und ihre Erfahrung zusammengeworfen, dazu verschiedene Trainingsmethoden ins Körbchen gepackt, die sanft und bestimmt sind und daraus ihre Form des Horsemanship entwickelt.

Mehr hat mir Andrea Eschbach dazu am Rande eines Kurses im Interview erzählt.

Markus und Andrea sind bekannt für ihr sanftes Pferdetraining und für gebissloses Reiten. Sie haben einen Weg zu den Pferden gefunden, der ohne Dominanz und mit viel Vertrauen arbeitet. Sie sind sich sicher, dass jeder diesen Weg mit seinem Pferd gehen kann.

Wir machen klassische Gymnastizierung, reiten aber auch im Westernsattel und Gebisslos. Wir trainieren Horsemanship, Zirkuslektionen und Freiheitsdressur. Es ist im Grunde eine Mischung aus verschiedenen Techniken, die wir sinnvoll finden.

Pferdeflüsterei: Wir sollten im Grunde “Pferdekommunikation kennen” und “gesunden Menschenverstand” einschalten…?

Andrea Eschbach: Es braucht beides. Das Pferd würde man vielleicht gar nicht reiten, wenn man es fragen könnte. Der Mensch und der gesunde Menschenverstand sind ja sehr variabel. Insofern ist es wichtig beides im Blick zu haben. Und mit Freude und Zufriedenheit mit dem Pferd zu arbeiten. Es geht immer nur darum, dass wir das Beste für unser Pferd wollen. Diese Triebkraft sollte man haben und die spielt auch bei unserer Form des Trainings eine große Rolle.

Pferdeflüsterei: Worauf achtest du zum Beispiel wenn du mit einem Pferd zusammenarbeitest?

Andrea Eschbach: Ich mag Pferde, die entspannt sind. Nur wenn sie entspannt sind, können sie aufmerksam sein und zuhören. Ich versuche also immer so zu trainieren, dass ich möglichst wenig brauche, um mit dem Pferd zu arbeiten. Ich achte darauf, dass das Pferd möglichst wenige Stresszeichen zeigt.

Pferdeflüsterei: Wie schaffst du es dein Pferd zu entspannen?

Andrea Eschbach: Indem ich die Sachen nicht todernst nehme und spielerisch arbeite. Ich gehe immer mit dem Gedanken ins Training, dass die Aufgabe irgendwann klappen wird. Ich versuche nichts schnell zu erzwingen. Das Pferd und ich schauen zusammen ob etwas funktioniert. Wenn es nicht klappt, probieren wir es eben anders. Ich finde auch wichtig mit ganz ganz kleinen Schritten voranzugehen. Die Kunst der kleinen Schritte ist sehr wichtig. Wenn ich zum Beispiel ein Ziel vor Augen habe, versuche ich mir vorher immer einen Weg zu überlegen, wie ich dort hinkomme und zerlege die Aufgabe in viele kleine Schritte.

Allein wenn ich schon merke, dass das Pferd den Versuch macht zu verstehen, was ich möchte, lobe ich ganz ausführlich und sage: Suuper, Braaav, Genial, dass du es probierst. Das honoriere ich schon. Mir reicht erst einmal der Versuch des Pferdes zu verstehen, was ich will. Wenn ich das habe, sagt sich das Pferd: Oh, das war ja gar nicht schwierig.

Pferdeflüsterei: Schon die gute Idee loben?

Andrea Eschbach: Genau, die gute Idee wird von mir schon bestätigt. Und dann kann ich den nächsten Schritt gehen und dann kommt gleich die nächste Bestätigung. Dann kommt der nächste Schritt. Das ist dann nicht so schwierig und anstrengend für das Pferd, weil ich die Schritte so klein mache, dass es immer nachvollziehbar bleibt und nicht beängstigend wirkt.